Absolut Midsommar in Köln

Vööl Pläsier & Sunnesching in Köln – unsere STRAIGHT Redakteurin Geraldine Schroeder ist absolut kölschverliebt im Sommer. Köln ist dann Köllefornia mit schwedischer Midsommar-Atmosphäre. Warum?  Für STRAIGHT hat Geraldine gemeinsam mit ihren Mädels Moni und Wibbi eine Tour durch Köln gemacht und nimmt uns mit auf einen Streifzug durchs Belgische Viertel: vom Büdchen-Kaffee zum Weiher bis zur kölschen Partymeile. 

Köln ist der wärmste Ort der Welt. Das wird dir sicherlich kein Wetterdienst bestätigen, Lokalpatrioten aber schon. Denn Köln ist bekanntlich e Jeföhl, Köln hat Hätz. Das wärmt. Auch im Winter. Und ist tatsächlich Sommer, wird aus Köln ganz schlicht „Köllefornia“. In den gut zwei Jahren, in denen ich nun mitten in Köln lebe, habe ich das kölsche Gefühl unweigerlich eingeatmet und kann diese beinahe unerträgliche Heimatliebe absolut verstehen.

Was passiert bei mir, wenn ich einen freien Samstag habe? Meistens zieh ich die Gardinen noch mal zu. Heute aber nicht: zu gutes Wetter. Um die morgendliche Dosis Koffein zu kriegen, geh ich einmal quer durch’s Belgische Viertel zum Brüsseler Platz.

Das Belgische Viertel ist bekannt für ein bisschen hip(ster) sein mit vielen (Second Hand) Boutiquen, Galerien, Agenturen, Schmuckdesignern, Piercing- und Tattooshops, Restaurants und Cafés. Dabei bleibt es sehr sympathisch und entspannt. Wenn ich in Jogginghose morgens Brötchen hole, falle ich nicht auf.

Angekommen am Brüsseler Platz, biege ich in ins Büdchen ein: „le Kiosk“ ist auch unter der Woche meine erste

Anlaufstelle für Cappuccino. Denn hier gibt’s den Porsche unter den Kaffeemaschinen – und Macchiato, Espresso oder Cappuccino mit allen möglichen Milchvariationen zu fairen Preisen. Und noch etwas hat das kleine Büdchen: ein Fenster an der Sonne, in dem sich auf Kunstrasen wunderbar sitzen lässt. Und das tun wir an diesem milden Morgen. Mit mir im Fenster sitzen meine Freundinnen Wibbi und Moni. Nicht immer, aber ab und an legt ein DJ auf den gefühlt 15 qm Büdchen auf. Zu dieser Zeit, meist an Wochenenden, stehen Durstige Schlange für ein kühles Getränk – um sich danach rund um den Brüsseler einen Platz zu suchen: auf den Stufen vor der Kirche, auf Tischtennisplatten, Bänken oder einfach auf dem Boden. Einen freien Fleck zu finden, ist hier an frühen bis späteren Wochenendabenden gar nicht so leicht. Wenn die Luft lau ist, fühlt es sich hier immer wie Urlaub an.

Über die Aachener Straße zum Weiher

Danach ist uns nach Gucken und Kuchen: das geht ein paar Straßen weiter bereits wunderbar: Düsseldorf hat die Kö. Köln hat doppelt so viele Buchstaben und die Aachener Straße. Hier gibt’s zwar weniger Chanel, dafür mindestens so viel zu schauen. Zwischen Rudolfplatz und Moltkestraße teilen sich Cafès, Restaurants, Bars, Büdchen, Tante Emma Läden, ein bunter Ballonladen, Deko- und Designshops die Flaniermeile. Wir lassen uns im Schmitz nieder – einst die älteste Metzgerei der Stadt. Heute ist das Schmitz mit angeschlossenem „Salon“, einem Café im Stil der 50er und 60er Jahre, ein echtes Original auf der Aachener. Hinten durch gibt’s wechselnde Ausstellungen. Essen wird von früh bis spät und süß bis herzhaft nach wie vor an der Metzgers Theke bestellt. Mein Lieblingsstück im süßen Teil der Auslage: Lemon Tarte.

Wenn die Sonne gegen Mittag gut steht, wird es Zeit zum Aachener Weiher aufzubrechen. Dorthin, wo einfach alle sind, sobald der Sommer kommt! Vor uns sind hier schon die Hundebesitzer und Jogger gewesen. Mit uns treffen die Picknicker ein. Später tummeln sich die Frisbeespielenden, Grillenden und Flirtenden dazwischen. Bunt ist es hier! Zum Erholen, Treffen und Sonnetanken. Nur vom Sprung in den trüben Weiher sollte man oder frau absehen. Der Fußweg vom Schmitz zum Grüngürtel um den Aachener Weiher dauert in Samstagmorgen-Tempo zehn Minuten.

Chillen und trinken auf der Picknickdecke

Auf den Wiesen angekommen haben wir Glück: Wir haben einen freien Platz für unsere Picknickdecke in bester Lage. Unsere Getränke samt stilsicherer Plastikbecher müssen wir nicht im Schatten genießen. Die Wolken machen der Sonne Platz. Das nenn ich himmlische Einschenkung. Cheers! Darauf müssen wir anstoßen. Mit meinen zwei Lieblings Drinks zum diesjährigen Kölschen Midsommar Gefühl: Absolut Raspberri Mule und dem Elderflower Collins mit einer frischen Note von Holunderblütensirup, Limette und Soda. Die Sonne wandert einmal um den Weiher herum, pünktlich zum Nachmittag werden die ersten Grills angeschmissen. Bratwürstchenduft und Sounds aus mitgebrachten Boxen wehen zu uns rüber. Das ist totales „Absolut Midsommar – Feeling“ und erinnert mich an Schweden, wo die Menschen zum Midsommarfest draußen zusammenkommen und den Sommer, Licht und Wärme in Parks, auf Wiesen und in Gärten feiern. Nur den Leuten am Weiher und uns fehlen die Blumenkränze, keiner singt und es ist auch nicht der richtige Tag. Seit 1952 wird Midsommar an dem Samstag gefeiert, der dem 24. Juni am nächsten liegt.

 

Am frühen Abend ziehen wir über den bewaldeten Hügel der Weiher-Wiesen in die Lindenstraße zu meiner Lieblingskneipe: Home is where the Kölschbar is. Nicht bloß weil die Sportsbar von Malte und Dennis nur eine Kölschglaslänge von meiner Wohnung entfernt ist, sondern auch wegen der entspannten Atmosphäre, fühlt sich Kölschbar wie Wohnzimmer an. Nur eben mit Schnaps. Selbstgebraut sogar, wer nach einem scharfen „Mexikölner“ verlangt.
So lange die Sonne in die Straße lugt, wird vor der Bar geschnackt. Später geht’s für Kicker und kalte Getränke dann in die Kneipe. Mein „Jeföhl“ zur Kölschbar: friedlich Feiern funktioniert. Jeder ist willkommen!

Wer dann noch nicht genug hat, pilgert auf die Schaafenstraße – dem queeren Zentrum der Kölner Innenstadt. Rund um Mumu und Corner tummelt sich die „Szene“ zuerst vor und dann in den Bars und Clubs. Die Läden hier sind vor allem eins: unkompliziert. Nach 02:00 nochmal eben tanzen, ohne Eintritt, ohne Dresscode? Das geht hier. Bei Bedarf bis zum Sonnenaufgang. Das machen wir … und plötzlich, ist Sonntag.

Die Tipps von Geraldine für den Absolut Midsommar in Köln

le kiosk

Brüsseler Str. 68, 50674 Köln

Kiosks – oder „Büdchen“ – sind in Köln Kult. Sehr beliebt ist „le kiosk“ am Brüsseler Platz: Hier gibt es Cappuccino auf hohem Niveau, allerlei Kaltgetränke, portugiesische Törtchen und die obligatorische süße Tüte. An Wochenenden legt zuweilen ein DJ auf. Klassiker: erst ein Getränk am Büdchen holen, dann unter den Bäumen vom Brüsseler Platz niederlassen.

Salon Schmitz

Aachener Str. 28, 50674 Köln 

Die ehemals älteste Metzgerei der Stadt ist ein echtes Original auf der Aachener Straße. Mit Hausmannskost, hausgemachten Kuchen, angeschlossener Eisdiele und kühlen Drinks wie Vodka Soda ist das Schmitz etwas für jedermann*frau und jedes Alter.

Aachener Weiher

Aachener Weiher, 50674 Köln

Bei schönem Wetter sind hier einfach alle: Freunde, Familien, Paare oder Singles sonnen, grillen, laufen oder picknicken. Die Wiesen um den Weiher laden zum entspannen ein. Im Biergarten nebenan gibt’s allerlei zu trinken und eine Pommes auf die Hand. Ein DJ legt ab und an auf und lädt zum Tanzen unter freiem Himmel ein.

Kölschbar

Lindenstraße 56, 50674 Köln

Eine kultige Sportsbar für spontane Feierabendbierchen, lange Wochenendnächte oder Geburtstagsfeierei mit Fässchen. Die Kölschbar geht immer.

Schaafenstraße

Schaafenstraße 45, 50676 Köln

Hier ist das queere Zentrum: rund um Mumu und Corner gibt es von Kneipe bis Club alles, was das feierwütige Herz begehrt. Diese Straße schläft eigentlich nie … Dresscode: jeder Jeck is anders!

Rezept: Elderflower Collins

1 ⅔ Teile Absolut Vodka

1 Teil Zitronensaft

2/3 Teile Holunderblütensirup

Sodawasser

1 Scheibe Limette

 

 

Fotos: Timo Klein

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SHOWHIDE Comment (1)
  1. Jetzt gehöre ich bestimmt nicht zur Zielgruppe der straight ( männlich, über 50, ohne Facebook Account), dennoch bin ich über die schönen „Midsommer- Städtebeschreibungen“ gestolpert. Die Liebeserklärung an Köln hat mich gefesselt und mitgenommen. In jeder Zeile spürt man et jevöhl und es macht neugierig auf die beschriebenen Plätze und Locations! Selbst im Berlin- Artikel taucht das Wort Kölln auf und ich bin mir sicher, die Berliner lernen auch noch, das Köln mit einem „l“ geschrieben wird! Da es mich beruflich immer wieder nach Berlin zieht, nehme ich dank straight neue Anlaufpunkte mit. Danke für die Beschreibungen aus erster Hand und macht weiter so, mit dem guten “ jevöhl“ aus aller Welt.

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