Schnaps ist Schnaps oder vom ersten Daten mit einer Frau | STRAIGHT Universe

Schnaps ist Schnaps oder vom ersten Daten mit einer Frau

“Vor ein paar Wochen habe ich angefangen aufzuschreiben, was so alles in meinem Leben passiert ist, seit ich mich in eine Frau verliebt habe. Herausgekommen sind kurze Texte, die den ganz normalen Alltag einer queeren Beziehung zeigen.”

Verena, STRAIGHT Community

Wie findet man raus, ob er oder sie auf einen steht? Auf dem Spielfeld der Heteros habe ich mich nach einigen Jahren einigermaßen sicher gefühlt, aber wie läuft das bitte unter Frauen? Diese brennende Frage stellt sich mir, als ich feststelle, dass ich mich in meine Arbeitskollegin verknallt habe.

Meine Erfahrungen auf diesem Feld sind sagen wir ausbaufähig und nicht von Erfolg gekrönt. Vor Jahren hatte ich ein Date mit einer Frau. Ich fand den Abend schön. Wir waren erst essen und dann noch etwas trinken (Ortswechsel = gutes Zeichen). Sie hat mich dann mit dem Auto nach Hause gefahren (kein Alkohol = schlechtes Zeichen) und mir zum Abschied ins Ohr gehaucht: „Ich ruf dich an“. Hat sie nicht. Niemals. Ich war damals wochenlang schlecht gelaunt.

Während ich noch grüble, wie ich es am besten anstelle, kommt eine SMS von IHR

„Hast du Lust mit mir nächsten Samstag Schnaps trinken zu gehen?“ Wow, das geht jetzt aber fix denke ich. Wochenlang haben wir nur über die Arbeit geredet und jetzt gleich so eindeutig. Ich meine Schnaps trinken ist doch eine verklausulierte Einladung zum über-Nacht-bleiben. Man trinkt so lange harten Alkohol, bis man sich endlich traut miteinander zu knutschen. Da bleibt eigentlich nur noch eine Frage offen:

Nehme ich gleich meine Zahnbürste mit oder kommt das uncool rüber?

Der Abend läuft wie angekündigt. Wir trinken in kurzen Abständen Schnäpse und quatschen über alles Mögliche. Beim zweiten Kneipenwechsel hake ich mich unter. Wir gehen trotzdem ohne Umwege in die dritte Bar. Das Ambiente macht eines klar: Das ist die letzte Einkehr für heute Abend. Abstürziger geht es nicht.

Es läuft ohrenbetäubender Heavy Metall. Wir trinken Mexikaner. Nach einer knappen Stunde brennen meine Schleimhäute vom Zigarettenrauch. Wir beschließen nach Hause zu gehen. Auf der Straße meint sie: „Komm, ich bring’ dich noch ein Stück in Richtung S-Bahn“. Okay, denke ich. Zum Abschied knutschen wir und überlegen dann zum wem nach Hause wir gehen. „Ab hier ist es dann nur noch geradeaus. Du verläufst dich doch so schnell.“ Mit diesen Worten verabschiedet sie sich.

Die Umarmung ist so kurz, da bleibt keine Millisekunde Hoffnung

Ich bin völlig irritiert. Aber Schnaps. Wie ist das denn bitte falsch zu deuten? Meine nicht repräsentative Umfrage in meinem Freundeskreis ein paar Tage später relativiert das Bild: Auch unter Heteros scheint “Schnaps trinken” kein Synonym für „Sex haben“ zu sein. Schnaps ist also nicht gleich Schnaps. Prost!

Ihr habt auch Texte oder persönliche Geschichten aus eurem queeren Leben aufgeschrieben? Ihr wollte die Storys oder eure Erfahrungen mitteilen? Dann mailt euren Text auch gern an uns. Und vielleicht erscheint schon bald auch eure Geschichte oder euer Kommentar in der STRAIGHT Community. Wir freuen uns auf eure Post: redaktion (at) straight-mag.com

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