Eingetragene Lebenspartnerschaft ist so 2001 | STRAIGHT Magazine

Eingetragene Lebenspartnerschaft ist so 2001!

Jeder soll nach seiner Façon glücklich werden. Ein Satz mit toleranter Aussage. Dass Frauen Frauen lieben und Männer Männer ist offiziell kein Thema. “Damit sind wir doch schon total easy in Deutschland!” Doch das ist Quatsch. Homophobie hat auch bei uns Platz, das beweisen Studien (zuletzt die Mittelstudie) und noch schlimmer: anhaltend gibt es Gewalt gegen Homosexuelle.

 

Der Staat tut dafür einiges, um Homophobie zu schüren. Denn der macht Unterschiede aufgrund von sexueller Orientierung. Heiraten, die Ehe – das ist in Deutschland eine heilige Kuh. “Ja” sagen dürfen nur Mann und Frau. Seit 15 Jahren werden gleichgeschlechtliche Paare mit der eingetragenen Partnerschaft abgespeist. Die Pflichten entsprechen zu 100 Prozent die der Ehe, die vollen Rechte werden verweigert. Und die eingetragene Partnerschaft ist nicht durch die Verfassung geschützt, ist für die verpartnerten Menschen stets verbunden mit einem Zwangsouting und Adoption geht nur umständlich. Bei einem Umzug ins Ausland droht den eingetragenen Partnern ein komplizierteres Anerkennungsverfahren. Total nervig. Absolut unnötig. Und gegen das Gesetz. Artikel 3, kein Mensch darf aufgrund grundlegender Eigenschaften diskriminiert werden.

Was ist also das Problem? Frankreich, USA, Niederlande, Kanada – all diese Länder machen keine Unterschiede, ob nun eine Frau einen Mann oder eine Frau heiraten will. Und es sind noch einige Länder mehr, 21. Selbst die katholischen Iren haben vergangenes Jahr für die Ehe für Alle votiert. Unsere Grüne und Linke würden die Ehe ebenfalls gern für homosexuelle Paare öffnen. Auch die SPD beteuert das. Doch einen Krach mit dem Koalitionspartner CDU/CSU will sie scheinbar lieber nicht riskieren. Denn die Union sperrt sich – warum auch immer. Klar ist das nicht.

Aussagen, die ein Lebensmodell als minderwertig erachten sind schlichtweg beleidigend und für eine christliche Partei wie die Union doch mehr als fragwürdig. Die offenkundige Arroganz in der Haltung, wie zum Beispiel von Politiker*innen wie Erika Steinbach, die immer wieder mit Tweets auffällt, die daneben sind, wie z. B. „allen militanten Homoaktivisten: Die Welt besteht nicht nur aus ihrer Meinung! Meinungsfreiheit gilt für alle!“ sind haltlos. Hier wurde nicht verstanden, dass es um Menschenrechte und Akzeptanz geht. Menschen und Gesellschaften entwickeln sich, die Bundesregierung hinkt. Das ist gefährlich, denn damit wird der Nährboden für Idioten geschaffen, die Vielfalt mit Füßen treten – in allen Bereichen. Es gebietet der Menschenverstand und die Menschenliebe sowie der Respekt vor Deutschland, mit gleichen Rechten Menschen zu stärken und zu schützen. Alles andere ist 2001!

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