STRAIGHT Mediencheck mit queeren Filmen und Serien

Queer geguckt – STRAIGHT Mediencheck

Der Herbst mit Netflix. Das ist, ganz subjektiv, ein ziemlich guter Herbst. Aber WAS GUCKEN? An dem Fake-Slogan „Netflix. Spend more time searching than actually watching“ ist was dran. Also hat unsere STRAIGHT Mediencheckerin Geraldine Schroeder genauer hingeschaut und ein paar Highlights aus der aktuellen Netflix-, TV- und Kinowelt zusammengestellt. Von queeren bis straighten Heldinnen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber mit viel Liebe ausgesucht. Und bestimmt ist auch für dich der ein oder andere Hingucker dabei …

 

 

Herbstliebe mit Naomi Watts: GYPSY

Intrigant, verrückt – und nach nur einer Staffel ist plötzlich Schluss?

„Der Schritt über die Grenze ist meistens klein. Man bemerkt ihn gar nicht.“ Jaen Holloway ist eine New Yorker Psychotherapeutin und führt mit ihrem Mann und ihrer Tochter ein vermeintlich glückliches Leben. Doch das reicht ihr nicht: Als „Diane Hart“ mogelt sie sich in die Leben ihrer Patienten – und überschreitet dabei nicht nur die Grenzen ihres Berufs, sondern auch die ihrer Ehe: So lässt sie sich mit der Ex-Freundin eines ihrer Patienten auf ein verführerisches Abenteuer ein.

Jaen und Diane tragen das Gesicht von Hollywood-Star Naomi Watts. Brillant verkörpert sie die zerrissene Therapeutin. Als eine Art neugierige Alice – die eine Coffeebar mit dem Namen „Rabbit Hole“ als Kaninchenbau zu einer anderen Welt nutzt und sich zunehmend in ihr verliert …

Läuft bei: Netflix (Staffel 1).
Apropos: Eine Fortsetzung wird es nicht geben? Liebes Netflix, och nö.

 

Eine fantastische Frau (Una mujer fantastica)

Das Drama erzählt die Geschichte einer chilenischen Transfrau, die sich in Trauer um ihren verstorbenen Ehemann gegen die Anfeindungen seiner Familie behaupten muss.

Läuft seit September 2017 im Kino 

 

straight – aber sexy: Die Erfindung der Wahrheit

Miss Sloane kämpft gegen Altherrengehabe:

 „Um zu gewinnen, treibt man seinen Gegner vor sich her.“ Elizabeth Sloane (Jessica Chastain) ist Star-Lobbyistin und bekannt für ihren skrupellosen Stil. Doch als die Waffen-Lobby bei ihr anklopft und ein Konzept vorstellt, das mehr Mütter bewaffnen will, lacht sie schallend. Das könne „nur einem Haufen alter Männer“ einfallen. Spontan wechselt sie die Seiten.

Damit beginnt eine Macht-Schlacht, bei der schmutzig gekämpft und mit Worten scharf geschossen wird. Jeder Zug von Elizabeth Sloane ist präzise berechnet. Jedes Detail durchdacht. Mit purpurrotem Lippenstift verrät bereits ihr Mund: Gefahr.

Der Politthriller hält keine im klassischen Sinne frauenliebende Story bereit – aber eine straighte Heldin, die einem Altherren-Feminismus in der obersten Liga die Stirn bietet. Und: Wer bei „Lobby“ direkt an graue Anzüge denkt, kann beruhigt sein. OK, ohne Jurastudium habe ich nicht jeden Paragraphen verstanden, aber: Der Film ist mehr ein intrigantes Duell und lebt von psychologischen Machtspielen einer gnadenlosen Miss Sloane.

Vormerken: Aktuell ist noch nicht raus, wann und wo „Die Erfindung der Wahrheit“ per Video-on Demand erscheinen wird, sicher ist aber die Veröffentlichung am 11. November auf Blu-Ray oder DVD.

Headerfoto:  Caitlin Oriel on Unsplash

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